andersrum sitzen

7-8-18

Ich habe also den Stolleblog reaktiviert und die alten Posts gelöscht („Prometheus ist ein Meisterwerk, dass in einigen Jahren zu den Klassikern des SF-Films gehören wird.“  Nun ja… Hier mal im Ernst meine Top Five SF-Filme:
1. 2001
2. Alien
3. Forbidden Planet
4. Blade Runner
5. A Boy and His Dog ).
Auffällig ist, dass ich schneller tippen kann als mit der Hand schreiben. Das ist unglaublich: Da macht man mit 18 einen Schreibmaschinenkurs, um Bankkaufmann werden zu können, und 37 Jahre später ist man dankbar für den zweitgrößen Fehler seines Lebens. 
Mit der Bloggerei gehen viele Fragen einher, eine wahre Pandorabüchse, hey Mann oh no:
Ich könnte die Texte ja gleich im Blog schreiben, oder?  Wozu mit krakeliger Handschrift in dieses zugegebenermaßen schöne Aldibuch mit der Monalisa vornedrauf kritzeln?
Nun, da ist zunächst mal die Autokorrektur, die nervt. Die letzte Rechtschreibreform vor 20 Jahren oder so ist nicht mehr vollständig zu mir durchgedrungen. Ich weigere mich, gegen mein Sprachgefühl zu ortografieren (hehe) und zu formulieren.
Hier im Dorf weiß jeder, was ein Baudielen ist. Sollte dieses Wort nicht im Duden stehen, hab jetzt keinen Bock nachzusehen, dann heißt das nur, dass zu wenige Bauarbeiter am Duden mitschreiben.
Dann ist es so, dass das Feeling ein anderes ist. Ich könnte natürlich mit dem Laptop vor dem Haus auf der Bank andersrum sitzen, die mein Großonkel aus einem Baudielen gebastelt hat, aber ich bin ein alter Romantiker. Außerdem macht es zwar doppelt Arbeit, den Text abzutippen, aber ich habe auch die Gelegenheit zu korrigieren, editieren, overdubben.
Vor allem: Es entsteht eine gewisse Spannung zwischen Analog- und Digitaltext, der ich nachspüren möchte.

Vor knapp 30 Jahren, als das Internet noch völliges Neuland war, lange bevor es Neuland für die Kanzlerin wurde, hatte ich als junger Student jede Menge Ideen, was man damit literarisch anstellen könnte. Die meisten dieser Ideen sehe ich bis heute nicht verwirklicht. Kann sein, dass ich es einfach nicht mitgkriegt habe, weil ich zu viel Science Fiction und zu wenig „echte“ Literatur lese, aber ich möchte trotzdem gerne einige dieser Ideen ausprobieren.  (Erwarte nicht zuviel, Leser, Ideen hab ich immer genügend, es hapert dann aber immer an der Umsetzung, siehe meine Art zu joggen.)
Ich meine. hey, das Internet! Unbegrenzte Möglichkeiten! Und was machen wir? Ebooks mit Suchfunktion. Echt jetzt? Wo sind z.B. die Poetry-Slammer, die mal auf die Idee kommen, die Technologie auf den Text zu schmeißen, anstatt ihre innere Befindlichkeit zu performen?
End of rant.
Ich bin sehr gespannt, was das hier wird.

(Musik: Stanley Brinks, The Supremes, Bob Marley, eigenes Zeugs.)

 

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