Waiting For The Rain


Jetzt müßte es bald soweit sein. Ich sitze richtigrum auf der Bank vor dem Haus, höre einen Podcast über Robert Johnson und warte auf den Regen.

Wenn er kommt, werde ich nur mit Turnhose bekleidet im Regen herumwuseln und den darbenden Bäumen und Sträuchern einen Wasseroverkill geben und neben den drei blauen Regentonnen auch die Mülltonne und den alten Farbeimer füllen, um soviel Wasser wie mglich aufzufangen – vorausgesetzt, es regnet so viel. Bis es soweit ist, versuche ich mich zu erinnern, wie  Waiting for the Rain ging. Ich habe keine Ahnung. (Was, zur Hölle, ist nur mit dem Schriftbild los? Ich kann so nicht arbeiten. Ich gehe einkaufen.)

Es handelt sich um einen Song, den ich 2000 mit UBIK paint aufgenommen habe. Sicher, der Song war von Stephan, nicht von mir, aber ich müßte mich doch erinnern können! Wir haben unsere letzte Platte danach benannt. Das gibt’s doch nicht. Es war eine schwierige Platte, ich bin kurze Zeit später ausgestiegen, aber es gibt Songs von Stephan auf der Platte wie Some Moments und Gooseberry Blues, die ich noch auswendig kann. Heißt das, Waiting For The Rain war ein schlechtes Lied? Verdränge ich was? (Warum ist die Schrift so klein?)

Ich bin wahnsinnig stolz auf UBIK paint, besitze den alten 8-Spur-Taperecorder und die Mastertapes, die ich 2006 remastered und digitalisiert habe, damit sie schneller verlorengehen um sie zu bewahren und träume von einer Reunion irgendwann mal.
Aber dieser verdammte Song ist völlig aus meinem Gehirn verschwunden.
Okay, ich muss mir das jetzt anhören. 

 Aha, klar, natürlich. Das war das dEUS-inspirierte Stück. Es liegt wohl daran, dass ich das Gitarrensolo und den Orgeloverdub gespielt habe. Das Stück ist nicht so schlecht, aber auch nicht überragend. Der Text ist super, aber Stephan hat immer die besten Texte geschrieben von uns.
UBIK paint liegt jetzt lange zurück, genau wie Lay De Fear, meine andere legendäre Band. Die vergangene Zeit macht beide Projekte noch legendärer, als sie eh schon sind. Während ich kein Problem damit habe, Lay De Fear im obskuren Underground dem Vergessen anheimfallen zu lassen, einfach, weil dieses Projekt so heilig war, möchte ich UBIK paint ein Denkmal setzen. Vielleicht sollte ich Stephan fragen, ob er dabei hilft. Ich würde gerne die Videos wieder sehen und die Photos, die ganze ubisonic-Homepage war super. Ich meine, ich bin ja immer ein digitaler Depp gewesen und geblieben, aber ich denke, wir waren Pioniere damals, hey Mann, oh no. Wir haben mp2s gepostet, weil es noch keine mp3s gab. Wir haben unsere CDs selber gebrannt, mit einfacher Geschwindigkeit, und jedesmal zugeguckt (!!!), sind zusammmen die Rohlinge kaufen gegangen, wir haben zu einem blasphemischen Song, für den man heute erschossen werden würde, stundenlang versucht, ein Soundfile von der Vatikanhomepage runterzuladen, wenn das nicht legendär ist, dann weiss ich nicht. Wir haben eine Installation verrotten lassen, um sie später mal als Plattencover zu verwenden, wir sind ins ZKM eingebrochen, als es gebaut wurde, um die Photos für die erste Platte zu machen, Forbidden Architecture, hihi.
Prophetische Songs, Hip Hop, Evergreens
UBIK paint:



PS: Das mit der Gießkanne war kein Zufall. Sowas nett man „ubisch“.
PPS: Ich erinnere mich wieder, worüber wir lachen, als das Bild gemacht wurde. Man muß etwas genauer hingucken, und es ist nur lustig, wenn man jung ist.

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Ein Kommentar zu „Waiting For The Rain

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