heu machen

 

Laptop auf Mülleimer, Handyphotographie, Cynthia W., 2018

Gestern war ein guter Tag. Okay, das Laptop ist im Eimer, aber dafür wurde die PH geboren, mal sehen, ob das nächste Woche noch so lustig ist wie gestern.

9-8-18

Nein, es hat nicht geregnet. Ich habe jetzt mit dem gießen aufgehört. Sollen die blöden Gewächse selbst zusehen, wo sie bleiben. Durstige Grünzeugmonster, rutscht mir den Buckel runter. Das Ganze fällt mir überhaupt nicht schwer, schließlich esse ich wenig Gemüse, und das Obst wächst praktisch von alleine. Meine Weintrauben sind schon seit 2 Wochen reif, so früh wie nie, und sie schmecken nicht, wie immer. Seltsam, denn als Kind fand ich sie sehr lecker, und konnte die Erwachsenen überhaupt nicht verstehen, die meinten, diese Trauben eigneten sich nur zum Wein machen. Und diesen Wein konnte man als Fünfjahriger beim besten willen nicht trinken. Verkehrte Welt. Ich durfte also barfuß im Zuber auf den leckeren Trauben rumtrampeln, um sie ungenießbar zu machen. Zuber, Presse und Fässer stehen immer noch in meinem Keller, aber Wein zu machen wäre mir viel zu stressig. Ich wollte immer den Zuber zu einem Gartentisch umfunktionieren, auch zu stressig.

Heute morgen habe ich einen neuen Komposthaufen begonnen, genau an der Stelle, wo die Katzen immer auf die Vögel lauern, die ich seit letztem Jahr füttere. (Ich wäre nie von selbst auf die Idee gekommen, aber Cynthia hat mich gezwungen, ihr Vogelhäuschen zu übernehmen, wofür ich ihr ewig dankbar sein werde, ich plane bereits einen Blog über Vogelbeobachtung.) Als ich mich eben auf die Bank vor dem Haus setzte, kam auch schon eine der etwa sieben Katzen aus der Nachbarschaft, um auf die Vögel zu lauern – und zog konsterniert wieder ab. Manchmal macht es  Spaß, gemein zu sein. 

Anyway, da ich seit Jahren experimentelle Gartenarbeit betreibe, d.h. mir kommt kein Beet in den Garten, das Zeug darf wachsen, wo es will, macht es bestimmt keinen Unterschied, wenn jetzt der totale Darwinismus ausbricht.
Ich muß mich aber darauf einstellen, gekreuzigt zu werden, wenn ich die Wiese nicht mähe. Mein Rasen ist eine Wiese. Vor vielen Jahren hat mich Brigitte, eine Nachbarin, die mich immer an die Frauenzeitschrift denken läßt, die ich lange Zeit mitgelesen habe, gefragt, ob ich nicht mal wieder Heu machen wolle. Was für eine glorreiche Idee, dachte ich, das ist eine Wiese, kein Rasen. Neuerdings zieht der Witz nicht mehr, weil jeder eine Wiese haben will, wegen der Insekten und so. Ich sehe schon meine Nachbarn ihre Zen-Steingärten wieder rausreissen, die sich in den letzten Jahren epidemisch ausgebreitet haben. 
Eine der Lebensweisheiten, die ich zu teilen bereit bin: Mit Nichtstun bist Du meist ganz weit vorne. Die Styroporverkleidung der Hausfassaden wäre noch so ein Beispiel dafür.

Oh, es regnet!

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