Sistah Speak

13-8-18

Neue Tastatur gekauft. Läuft.

Und es hat geregnet – etwa drei Gießkannen voll, was ziemlich wenig ist, wenn man mein riesiges Garagendach bedenkt, dass das Regenwasser sammelt. Ein ganz gemeines Antäuschen also.

Hab heute morgen einen superguten Sistah Speak – Podcast gehört. Die Sistahs sind 3-4 mittelalte WoC, die mittelmäßige TV-Serien besprechen. Ihre Game-of-Thrones-Podcasts können schon mal fünf Stunden lang werden. Sie sind ein grundanständiger Haufen, was sie nicht davon abhält, reichlich zu fluchen, („this motherf***er done got got, hmm, hmm hmm“) und wenn sie etwa wirklich lustig finden, ist alles zu spät. Am liebsten mag ich sie, wenn sie anfangen zu singen. So krieg ich auf ziemlich abgefahrene Weise mit, was grad an Black Music so angesagt ist. (Gesternübermorgen ist Aretha gestorben, RIP.)

Da ich sehr zurückgezogen lebe, begleiten mich einige Podcasts durch den Tag und erzeugen die Illusion von Gesellschaft. Sie kommen auch supergut bei der Gartenarbeit, obwohl man sie normalerweise beim Workout hört, während das Smartphone den Puls überwacht – ich mache mal wieder alles falsch.

Angefangen hat alles mit APOIAF, vor etwa 10 Jahren. ASongOfIceAndFire war damals noch Underground, niemand konnte ahnen, dass daraus die erfolgreichste TV-Serie aller Zeiten wird, und es war schön, nicht alleine zu sein mit meinen widersprüchlichen Gefühlen, als ein weiteres meiner Idole Weltruhm erlangte. Mir war das mit Philip K. Dick bereits so ergangen: Ich musste als Teenie noch seinen Bücher auf Flohmärkten nachjagen, heute ist er der vielleicht bekannteste SF-Autor. Einerseits freue ich mich, dass sie erfolgreich sind, andererseits muss ich sie teilen, ich Gollum. Ich fürchte, ich bin so was wie ein Supernerd – GRRM lese ich seit 1979. Den APOIAF-Leuten ging es ähnlich, wie ich kämpfen sie mit dieser mittelmäßigen TV-Serie.

Genug gejammert, hier noch ganz kurz coole Podcasts zu TV-Serien:

und nein, ich fange jetzt nicht an, über Twin Peaks zu schreiben, der besten TV-Serie aller Zeiten, die letztes Jahr mit einem unglaublichen Statement zum Zustand der Welt für eine dritte Staffel zurückkam, nach 27 Jahren, purer David Lynch, der allen zeigte, wo…

…nein, das tue ich nicht.

Gestern kam auf ARTE eine Doku über die Essener Songtage 1968, ohne Zweifel das wichtigste Konzert auf deutschem Boden damals. Die Doku war von 1988, und so durfte ich den Blick der 80er auf die 60er erleben, durch die Augen von Rainer Langhans, Hanns-Dieter Hüsch, Manni Neumeier und Frank Zappa. Das war krass. Erst mal die Tatsache, dass alle nicht wissen konnten, was der Welt ein Jahr später bevorstand (nur Langhans meinte, es läge irgendwas in der Luft). Aber vor allem kam der Zynismus dieses zynischsten aller Jahrzehnte durch, jeder entschuldigte sich dafür, wie blöd er früher war, Zappa meinte, er sei immer schon Kapitalist gewesen und stolz darauf und so weiter. Eine wirklich gute Doku über die 80er also, wenn auch unfreiwillig.

Die meisten Podcaster, übrigens, versuchen damit das große Geld zu verdienen, ähnlich den Youtubern. Meist sind es völlig ahnungslose Millenials, die denken, sie wären cool, grundsätzlich empfehle ich weibliche Podcaster, die nicht ganz so verblödet sind. Ich mache mir wirklich Sorgen um diese ungebildete Generation, aber vielleicht ist Bildung nicht mehr notwendig, wir können ja googlen.

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