eine günstige Gelegenheit

22-08-18

Ich sitze auf der Bank vor dem Haus, wie immer. Im Küchenfenster über mir stehen die alten Computerboxen, die erstaunlicherweise immer noch funktionieren und auch noch sensationell gut klingen. Im Sommer habe ich immer Musik draußen, manchmal ab 6 Uhr morgens, mein Rentnernachbar hat das sofort übernommen, wir müssen allerdings noch an seinem Musikgeschmack arbeiten. Das junge Pärchen, das unter Cynthia wohnt, hat das Prinzip allerdings noch nicht begriffen und ein monstermäßiges Soundsystem aufgefahren, dass uns Alte wirklich auf die Palme bringt, vor allem wenn sie ihre Gartenwhirlpoolparties feiern, bis morgens um acht. Sie sitzen dann mit ihren Smartphones im Whirlpool, die Bässe pumpen, und sie schreien sich gegenseitig an. Währenddessen vergammeln die Hochbeete, die sie sich auf die gute Muttererde im Garten gestellt haben, und den Rasen mähen sie auch nicht. Wir Alten haben vom Kopfschütteln schon Nackenverspannungen, aber wir lassen sie gewähren, wir waren auch mal jung. Die Kinder haben es schwer genug, mit all den Fehlern, die sie noch begehen müssen.

In meinem 12-Watt-Soundsystem erklingt gerade Manu Chao, und ich denke an den Sommer zurück, als Christina das Tape mit Clandestino drauf anschleppte, wie immer ein gutes Jahr, bevor der Rest der Welt draufkam.

Am wolkenlosen Himmel (es hat noch nicht geregnet – es wird nie mehr regnen) fliegt die Linienmaschine und ich schaue ihr zu als sie plötzlich – stehenbleibt. Die Musik ist verstummt, alles ist verstummt, die Blätter bewegen sich nicht mehr. Die Wespe schwebt festgefroren in der Luft an der Grillzange, es ist als hätte die Zeit angehalten.

Die Bank unter mir beginnt zu vibrieren, ein tiefes, lautes Brummen erklingt, und keine 10 Meter vor meiner Nase materialisiert ein Raumschiff in meinem Garten. Mein Vogelhäuschen!!! ist mein erster Gedanke. Das Raumschiff ist klein, etwa 20 Meter lang, es sieht aus wie ein flachgedrücktes Ei und schimmert metallischblau. Eine Luke bildet sich an der Seite, doch niemand kommt heraus.

Das wäre jetzt eine günstige Gelegenheit, in ein wundervolles Abenteuer aufzubrechen,“ höre ich eine Stimme in meinem Kopf.

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